Wir gleiten durch ein bewegendes Land - südlich vom Harzmassiv und um das kleinste Mittelgebirge Deutschlands, den Kyffhäuser. Die Wege führen auf historischen Spuren der Heimat des Reformators Luther und der Residenz Barbarossas, der weltbekannten Geschichten Münchhausens und der gewichtigen wie nun historischen Erfindungen für die Kupfer- und Kaligewinnung. Wir gleiten auch im Boot auf der Unstrut durch den Geopark, mit dem MIFA-Fahrrad - also mit dem Produkt vom Marktführer dieser Branche aus der Region - auf den Wegen der Goldenen und Diamantenen Aue und mit dem Paragleiter zu den gewaltigen Spitkegel-Hochhalden des Kupferbergbaus, den letzten ihrer Art in Europa und künftig mit einem ReNewMobil über das Autobahnkreuz bei Sangerhausen und Artern auf dem Wege nach Halle zur Universität oder nach Nordhausen und Göttingen zu Forschungspartnern. In jedem Fall wird dabei unmerklich die Grenze zwischen dem Sachsen-Anhaltinischen Kreis Mansfeld-Südharz und dem Thüringer Kyffhäuserkreis überschritten.

Beide Landkreise verzeichnen eine deutlich unter dem jeweiligen Landesdurchschnitt liegende Bevölkerungsdichte, wobei der nordthüringische Kreis mit 84 EW/qm sogar zu einem der dünnbesiedelsten Kreise überhaupt gehört. Die Bevölkerung konzentriert sich zudem in den Städtebändern, die sich von Hettstedt über Lutherstadt Eisleben nach Sangerhausen bzw. von Artern nach Sondershausen jeweils am Fuße der Berge konzentrieren. Die Dörfer liegen meist abgehängt von den Hauptwegen, die die Region durchschneiden. Um die Städte gruppieren sich auch die Gewerbe- und Handelseinrichtungen - die Autobahn verstärkt diese Anziehung. Wir finden ein auseinanderdriften von "Stadt" und "Land". Die Nähe zum Ballungsaum Halle-Leipzig und der attraktiven Region um Göttingen wirkt verstärkend. Die Polarisierung von Metropole und ländlichem Raum tritt hier sehr deutlich zutage.

Die einstige wirtschaftliche Prosperität der beiden Landkreise gründete sich auf eine zum Teil jahrhundertealte Bergbautradition. Im Mansfeldischen wurde in der Blütezeit des Kupferbergbaus zugleich Silber gefördert - mehr als im Erzgebirge. Die Kaliförderung hatte nicht so lange Tradition, doch ebenfalls eine große wirtschaftliche Bedeutung. Beide Zweige sind komplett geschlossen worden. Ihre Spuren und Wirkungen bleiben sichtbar: Halden, aber auch erhaltenes und neues Gewerbe: Metallverarbeitung, Recycling, Fahrzeugbau und Elektroindustrie, aber auch eine ertragreiche, effiziente Landwirtschaft auf guten Böden.